Sind Menschen heutzutage mehr gestresst?

stress

Theoretisch könnte man diese Frage direkt mit „Ja“ beantworten. Denn erst vor kurzem zeigte eine neue Studie aus Großbritannien, dass junge Erwachsene sich täglich mehr als sechs Stunden total gestresst fühlen. Das ist, wenn man so will, mehr als ein Viertel des gesamten Tages und entspricht nahezu der gleichen Zeit, die man durchschnittlich mit Schlafen verbringt. Die größten Stressfaktoren sind dabei nach Angaben der 18-25-jährigen Geld, die Zukunft und das eigene Aussehen. Doch auch das Körpergewicht, die Gesundheit und die Jobsuche sind große Sorgen der jungen Erwachsenen. Besonders Besorgnis erregend war bei der Studie, dass mehr als zwei Drittel der Befragten zugaben, in einer schwierigen Situation niemanden hatten, an den sie sich wenden konnten – sie waren allein und einsam.

Die Welt der sozialen Netzwerke tut da ihr Übriges. Vielleicht kennt man es sogar von sich selbst, ganz gleich welchen Alters: Die Menge an Freunden, beispielsweise auf Facebook, sagt nichts darüber aus, wie das sozial-gesellschaftliche Leben in Wirklichkeit ist. So haben neun von zehn Social-Media-Nutzern trotz der vielen Freunde auch Momente, in denen sie sich einsam fühlen.

stressAllein von der gedanklichen Verarbeitung dieser ganzen negativ belasteten Zahlen fühlt man sich schon wieder gestresst. Dabei würden viele ihren Stress im Alltag gerne reduzieren. Dazu muss man aber erst mal wissen, was einen überhaupt stresst, denn das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So ist nach einer Studie der Technischen Krankenkasse für Männer beispielsweise die Arbeit der größte Stressfaktor in ihrem Leben, für Frauen sind es die hohen Ansprüche an sich selbst. Jedoch sind auch die vielen Termine und Verpflichtungen in der Freizeit, die ständige Erreichbarkeit oder gar die Teilnahme am Straßenverkehr ein großes Problem in punkto Stress.

Dabei kann der Stressabbau so einfach sein. Oder besser noch, man lässt es gar nicht erst zu Stress kommen. Die Quintessenz gegen Stress ist gezielte Entspannung gepaart mit wohltuender Ablenkung. Oft merkt man den Stress nämlich erst so richtig, wenn er es bereits auf die körperliche Gesundheit abgesehen hat. Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsschwäche sind dabei nur der Anfang, denn wer diese Anzeichen nicht wahrnimmt und dagegen angeht, der wird früher oder später mit Herz-Kreislauf-Problemen kämpfen müssen.

Das A und O ist Bewegung, am besten Ausdauersport. Schwimmen, Joggen, Radfahren und Co. versetzen den Körper in einen meditativen Zustand, in dem man den Alltag einfach mal Alltag sein lässt. Aber auch schon ein Spaziergang hilft im Kampf gegen Stress. Vielleicht lädt man seinen Partner oder einen Freund gleich mit dazu ein, denn zusammen macht es oft deutlich mehr Spaß. Während des gemeinsamen Spazierganges begegnet einem dann womöglich auch noch ein weiterer Anti-Stress-Helfer: Lachen. Nicht umsonst heißt es: Lachen ist gesund. Das führt nämlich dazu, dass unser Gehirn das Glückshormon Serotonin freisetzt und wir fühlen uns gleich besser. Wichtig ist auch, dass man genügend Schlaf hat und sich vor allen Dingen auch mal Zeit für sich alleine nimmt. Das bedeutet dann auch, dass man Smartphone, Tablet-PC, Computer usw. nebenhin legt und sich der digitalen, immer auf Erreichbarkeit programmierten Welt entzieht. Wer sich sehr gestresst fühlt und gerne bereit zu einem etwas drastischeren Schritt ist, versucht einfach mal 24 Stunden lang ganz ohne derartige Techniken auszukommen – das entspannt!

Es gibt Vieles, was einen stresst, aber es gibt auch viele Möglichkeiten Stress abzubauen. Jedoch muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Stresskiller für einen am besten sind. Vielleicht befindet sich im eigenen Umfeld sogar jemand, der Stress gar nicht oder nicht mehr kennt und ebenfalls ein paar gute Ideen hat. Denn tatsächlich hat etwa einer von zehn noch nie Stress empfunden – womöglich haben sie eine ultimative und universelle Stressresistenz bereits in ihrer DNA verankert. Was für Glückspilze, nicht wahr?